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Vor fast 190 Jahren hatte Karl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn (1785-1851) eine geniale Idee: 1817 schuf der badische Tüftler seine Laufmaschine und nannte die Erfindung "Draissienne". Das Muskelkraft betriebene Fahrzeug ähnelte, bis auf die fehlenden Pedale, dem heutigen Fahrrad, das als Weiterentwicklung später erfolgreich die Straßen bevölkerte.
Drais, der auf Geheiß seines Paten und Herrschers Carl Friedrich die Forstlaufbahn ergriff, gab den Job als Forstmeister und -lehrer 1811 auf, um als freier Erfinder zu arbeiten. Für seinen erblindenden Vater konstruierte er eine einfache Schreibmaschine mit Tastatur, das so genannte Schreibclavier. Daraus entwickelte er eine Stenomaschine mit Lochstreifen, wie sie später erfolgreich in amerikanischen Gerichten verwendet wurde. Er versuchte sich an Büchern zur Volkserziehung und über binäres Rechnen, entwickelte eine Geheimschrift und gilt als Erfinder der Kochkiste. Ein Erfolg war ihm damit zu Lebzeiten nicht vergönnt: Karl Drais wurde Opfer eines Rufmords, man stellte ihn als Spinner und Versager dar. Dabei war der Forstmeister ein kluger Kopf, dessen Erfindungen allerdings ihrer Zeit etwas voraus waren. Allein fehlte ihm das Talent, sich bei Hofe beliebt zu machen.
Zunächst hatte Drais mit vierrädrigen Fahrzeugen experimentiert, bald erkannte er aber die Vorzüge von zwei Rädern hintereinander. Seine Draisienne verfügte über eine brauchbare Lenkung und, ganz wichtig, über eine Bremse. Damit war das Fahrrad zum größten Teil erfunden. Den Antrieb über Tretkurbeln fügten andere Jahre später hinzu. Das Draissche Gefährt war „nur" eine Laufmaschine, bei der sich der Fahrer mit den Füßen vom Boden abstieß. Eine Laufmaschine, die weltweit nachgebaut und, weil es zu Zeiten Drais' noch eine weitverbreitete Balancierangst gab, zu Drei- oder Vierrädern weiterentwickelt wurde.
Heute steht der Begriff "Draisine" für ein "Eisenbahnfahrzeug zur Streckenkontrolle". Und auch dieses sah ursprünglich ähnlich aus wie das Laufrad für die Straße, wie man einem Wiener Patent von 1837 entnehmen kann. Sechs Jahre später erdachte Karl Drais dann eine vierrädrige Variante mit Fußantrieb, die aber die weitere Entwicklung wohl nicht beeinflusste.
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